Archiv der Kategorie 'Aufrufe'

Hätt‘ Maria abgetrieben, wär‘ uns das erspart geblieben!

Kundgebung gegen Pro-Life. Kundgebung für ein selbstbestimmtes Leben, das Frauen die Entscheidung über ihren Körper überlässt!

My body - my choice!

Die rechtsextreme Göttinger Burschenschaft Hannovera will einen fundamentalistischen Lebensschützer zu Wort kommen lassen: Am Dienstag, den 28. April 2009, soll Manfred Libner, Geschäftsführer der Stiftung „Ja zum Leben“, einen Vortrag im Verbindungshaus (Herzberger Landstraße 9, an der Stadthalle) halten. Motto: „Ein Volk entsorgt seine Kinder. Die Normalität der Abtreibung und das Recht auf Leben im real existierenden Liberalismus“.
Libner ist selbst Burschenschaftler und hat mindestens zweimal Solidaritätserklärungen für rechte Aktivisten unterschrieben. Vor allem aber ist er ein prominenter Vertreter der deutschen Lebensschutzbewegung/ProLife und sympathisiert mit dem fundamentalistischen Flügel, der Abtreibungen in geschichtsrevisionistischer Manier mit dem Holocaust auf eine Stufe stellt und als „Babycaust“ bezeichnet.
Lebensschützer kämpfen gegen Abtreibung als „Mord am ungeborenen Leben“. Sie stellen den Schutz einer befruchteten Eizelle über das konkrete Leben von Frauen. Sie reduzieren Frauen auf ihre Mütterlichkeit und Gebärfähigkeit und setzen sich über ihren Willen, ihre Wünsche und sozialen Umstände hinweg. In christlich-fundamentalistischer Argumentation, illustriert mit Fotos von Babys mit riesigen blauen Augen, greifen ProLife-Aktivistinnen reaktionäre gesellschaftliche Vorurteile auf und gehen gegen eine hart erkämpfte Errungenschaft der Frauenbewegung vor: die Möglichkeit zur straffreien Abtreibung.
Schon der Titel der Veranstaltung, der von einer vermeintlichen „Normalität der Abtreibungen“ hierzulande ausgeht, zeigt die Ignoranz der Bewegung: Abtreibung ist in Deutschland schließlich noch immer nicht legal und verbunden mit einem für die Frau entmündigenden und entwürdigenden Prozess einer sogenannten Schwangerschaftskonfliktberatung, deren gesetzlich vorgegebenes Ziel der „Schutz des ungeborenen Lebens“ ist. Konfrontiert mit diversen „Beratungen“, bleibt die ungewollt Schwangere auf den Kosten für den Schwangerschaftsabbruch sitzen – Krankenkassen zahlen nur in den relativ seltenen Fällen, wenn die körperliche Gesundheit der Frau gefährdet ist oder sie bei einer Vergewaltigung schwanger wurde.
Alle anderen Begründungen werden nicht anerkannt. Abtreibungen sind immer noch tabuisiert; der gesellschaftliche Druck auf Schwangere, das Kind gegen den eigenen Willen doch auszutragen, ist groß. Dieser wirkmächtige Anti-Abtreibungs-Diskurs korrespondiert mit einer Bevölkerungspolitik, die Gebären und Mutterschaft „zum Wohle des deutschen Volkes“ um jeden Preis fördern will.
Wir sagen: Jede Frau hat das Recht auf Abtreibung! Schwangerschaftsabbrüche sind kein Mord, sondern eine freie Entscheidung über den eigenen Körper. Ob eine Frau Kinder will oder nicht, ist ganz allein ihre Sache.
Deswegen werden wir den Vortrag von Manfred Libner, seine Stiftung „Ja zum Leben“ und die gesamte ProLife-Bewegung nicht hinnehmen!
Wir sagen: Nein zu euren Vorstellungen vom Leben! Für ein Leben in Selbstbestimmung! Für ein Leben, das Frauen die Entscheidung über ihren Körper überlässt! Schluss mit der Entmündigung von (ungewollt) Schwangeren, weg mit der Zwangsberatung! Für ein Leben in einer Gesellschaft ohne Zwänge!

Kundgebung gegen ProLife – Für ein selbsbestimmtes Leben! Kommt zahlreich – seid laut!
Dienstag, 28. April 2009, 19.30 Uhr. Vor der Burschenschaft Hannovera, Herzberger Landstr. 9, Göttingen

OLAfA (Offene Linke – Alles für Alle)
April 2009

Netter Opa von nebenan ? Kundgebung, Samstag 16.08.2008 Bad Harzburg

Der ehemalige Offizier der Wehrmacht, Hans Dietrich Michelsen aus Bad Harzburg, befahl 1944 die Erschießung von vier italienischen Bauern in dem Dorf Grotta di Maona. 64 Jahre nach der Tat – im Februar diesen Jahres – wurde er dafür von einem italienischem Militärgericht verurteilt. Dennoch lebt Michelsen unbehelligt als „netter Opa von Nebenan“ in Bad Harzburg – ein Verfahren in Deutschland gegen ihn gibt es nicht.
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It´s all a little bit of history revised !

Deutsche Zustände angreifen.

Am 13., 14. und 16. Dezember wird der Zug der Erinnerung im Göttinger Bahnhof Station machen. In der historischen Bahn wird mit Dokumenten und Bildern der 11.000 jüdischen Kinder gedacht, die über die Strecken der ehemaligen deutschen Reichsbahn in das Konzentrationslager nach Auschwitz deportiert wurden.
Die Deutsche Bahn verweigert bis heute eine angemessene Auseinandersetzung mit dieser Geschichte. Die Ankunft des Zuges nehmen wir zum Anlass, eine kritische Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen einzufordern. Dies kann und darf jedoch nicht einem deutschen Selbstbild als geläuterte Nation zur Begründung dienen.
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