Ein weiterer Nachruf Was nachgerufen werden muss!

Ein weiterer Nachruf
Was nachgerufen werden muss!
SS-Günni hält‘s Maul – jetzt wirklich (ins Grass gebissen)

Nachrufe über Günter Grass gibt es inzwischen wie Sand in der Danziger Bucht, dabei ist er noch nicht mal ganz kalt.
Das schwierigste an einem Nachruf auf Günter Grass ist, dass man über diesen staublangweiligen Schwafler eigentlich nichts sagen kann.
Doch eines lässt sich sagen, was in allen (!) anderen Nachrufen nicht gesagt werden konnte.
Es geht um eins, wir alles wissen was: Um Günters grassen Umgang mit seiner NS- Vergangenheit.
Vorbildlich! Er brauchte nur 60 Jahre um einzugestehen, dass er die Kriegszeit nicht nur im allgemeine
deutschen Schützenverein (Wehrmacht) verbrachte.
Sondern er zeichnete sich aus mit nur 17 jungen Lenzen dem inneren Zirkel der deutschen Volksgemeinschaft, ihrer Elite und Speerspitze anzugehören.
Mit hervorragenden Skills im Laden eines Flakgeschützes, qualifizierte sich der junge Grass auch größere Oschis nachzuladen.
Grass dazu „Ich habe nie geschossen …. nur nachgeladen.“
Doch Grass wahre Waffe waren nicht Panzerhaubitzen oder Flakgeschützen, sondern die Kunst.
Geladen bis zur letzten Patrone … äh, bis zur letzten Tinte.

Ein Sprung in die Gegenwart.
Da malte er ein G und eine Sieben auf eine Serviette und daraus wurde das „identitätsstiftende Monument“ der Göttinger Intelligenzija, ein Kunstwerk: genial. Das darauf auch grünschnäbelige Siebtklässler kommen könnten, glaubt da keiner mehr.
Was nur wenige wissen: Grass modifizierte es nachträglich in einer Nacht- und Nebelaktion um es in seine letzte Performance-Kampagne „was ich noch machen, sagen, reflektieren muss“ zu integrieren.
Wie visionär, als hätte er sein baldiges Ende vorausgeahnt. Nur den wahrlich Großen gelingt das.
Die Inschrift „SS-Günni halt‘s Maul“ zeigt einmal mehr, wie avantgardistisch der verkannte Nazi seine Vergangenheit reflektiert und uns dadurch einmal mehr den Spiegel vor Augen hält.
Doch nicht nur in der Öffentlichkeit sondern auch im Privaten gibt er sich bescheiden und gedenkt an seiner Haustür tagtäglich der unliebsamen Vergangenheit.
Weitreichendes hatte Grass außerdem zum Verhältnis unserer gestörten Nationalidentität und Auschwitz zu sagen:
Nachrufe über Günter Grass gibt es inzwischen wie Sand in der Danziger Bucht, dabei ist er noch nicht mal ganz kalt.
Das schwierigste an einem Nachruf auf Günter Grass ist, dass man über diesen staublangweiligen Schwafler eigentlich nichts sagen kann.
Doch eines lässt sich sagen, was in allen (!) anderen Nachrufen nicht gesagt werden konnte.
Es geht um eins, wir alles wissen was: Um Günters grassen Umgang mit seiner NS- Vergangenheit.
Vorbildlich! Er brauchte nur 60 Jahre um einzugestehen, dass er die Kriegszeit nicht nur im allgemeine
deutschen Schützenverein (Wehrmacht) verbrachte.
Sondern er zeichnete sich aus mit nur 17 jungen Lenzen dem inneren Zirkel der deutschen Volksgemeinschaft, ihrer Elite und Speerspitze anzugehören.
Mit hervorragenden Skills im Laden eines Flakgeschützes, qualifizierte sich der junge Grass auch größere Oschis nachzuladen.
Grass dazu „Ich habe nie geschossen …. nur nachgeladen.“
Doch Grass wahre Waffe waren nicht Panzerhaubitzen oder Flakgeschützen, sondern die Kunst. Geladen bis zur letzten Patrone … äh, bis zur letzten Tinte.
»Wir kommen an Auschwitz nicht vorbei. Wir sollten … einen solchen Gewaltakt auch nicht versuchen, weil Auschwitz zu uns gehört, bleibendes Brandmal unserer Geschichte ist und – als Gewinn! – eine Einsicht möglich gemacht hat, die heißen könnte: Jetzt endlich kennen wir uns.«
Ja, wir sollten uns endlich eingestehen, das wir – nicht die Goethes und Schillers oder gar die moralischen Mahner der Weltgemeinschaft sind –
sondern die antisemitische Mörderbande waren, für die uns die ganze Welt schon immer gehalten hat.
Deshalb wollen wir uns hiermit anlässlich der Eröffnung des Günter Grass Archivs bei einem der unverständlicherweise wichtigsten Literaten unseres Landes bedanken und unsere Hüte vor ihm ziehen. Danke Günni, das letze Wort überlassen wir dir:
„Die Leute, die heute den Ton angeben, werden aus anderen Bereichen geholt.“

Ich und mein lyrisches Ich. Und ich.
Geschrieben auf einem Zettel.
Wann geht’s los? Ah, jetzt!

Prolog – Aufwärmübungen
Was reimt sich auf meinen Namen?

Piranhas
Tobias
Rückfahrkameras
Einscheibensicherheitsglas
Ischias
Wehrmachtsspaß
Adidas
Ananas

1. Akt – Was gesagt werden muss

Versmaß war mir einerlei
Reime fand auch keinerlei
Klagen gab es mancherlei
Bei meinem ach so vielerlei
Arg bestauntem Thesenbrei
Lang und großer Meckerei
Doch biegt sich diese Heuchelei
Die kollektive Schweinerei
Getarnt als Opferduselei
Entlarvt die Hinterlisterei
Ist nun mehr eine Grübelei
Über diese Gaunerei
Umgeformt nun in Geschrei
Dank meiner dummen Prahlerei
Eieieiei

2. Akt – Wie es gemacht werden muss

Habe ich eigentlich schon betont,
dass sich das Schweigen durchaus lohnt?
Wenn du nur lang die Backen kneifst
Und ewig keinen Ton raus pfeifst
Sondern erst in letzter Stund`
Vor der Zwiebel deinen Mund
Auftust, um doch noch zu singen,
wird´s laut in der Kasse klingeln!

3. Akt – Worüber noch sinniert werden muss

Wär ich als Bub daheim geblieben
und hätte mich nicht so rumgetrieben,
wär weiter beim Altar gediehen,
dann wär´s nachladen ausgeblieben.
Zur Lyrik niemals angetrieben,
wär euch mein Schund erspart geblieben.
Nun bin ich alt, der Leib wird kalt,
herrje ich glaub, es endet bald.
Der Führer mir schon nachts erscheint:
„Um dich, Kamerad, auch niemand weint.“

Epilog – Kein gutes Ende, aber ein Ende

Schwächelnd und mit Opas Flinte
Mein Los war niemals die Vernunft
Ich oft über ein Ende sinnte
In alt bekannter Unterkunft
Doch wenn ich mir die Kugel gebe
Keinen Moment lang länger lebe
Nicht mehr so viel Unfug rede
Wen kümmert dann noch dass…

„Hey, Moment mal! Geben sie mir sofort den Stift zurück, sie Flegel sie! Ich hab immerhin-“
„Ja, wir wissen sie haben damals `sonen Preis gewonnen.“
„Das ist ja unerhört!“
„Herr Graus-„
„Grass!“
„Herr Grass, alle anderen Patienten sind auch schon im Bett. Jetzt aber zackig hier! Sonst gibt’s morgen keinen Pudding.“
„Hinterlistige Bande, immer diese heuchlerischen Widergutmachungen. Hat das denn kein Ende! Dreckspack, widerliches Juden-“
„Schwester Paula, einmal hier sedieren bitte! Schnell!“
Schwups!
„Aale, alles voller Aale… und … dieser … ekelhafte Pferdekopf….“

Ende

Ein weiterer Nachruf Was nachgerufen werden muss!