Archiv für November 2014

„und brecht mit Eurem Vater“ – Lesung und Gespräch mit Niklas Frank

„und brecht mit Eurem Vater“ – Lesung und Gespräch mit Niklas Frank

Donnerstag, 4. Dezember 2014, 19.30 Uhr
Kino Lumière, Geismar Landstr. 19, Göttingen

„und brecht mit Eurem Vater“! Diesen Imperativ Jean Amérys an die Kinder der Nazitäter hat wohl kaum jemand in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte so radikal eingelöst wie Niklas Frank. Niklas Frank, geboren 1939, ist der Sohn von Hans Frank, zwischen 1939 und 1945 der Generalgouverneur des besetzten Polen. Hans Frank, „der Schlächter von Polen“, wurde 1946 im Nürnberger Prozess zum Tode verurteilt und hingerichtet. 1987 veröffentlicht Niklas Frank mit „Der Vater. Eine Abrechnung“ eine minutiös recherchierte, verstörende und schonungslose Auseinandersetzung mit dem Vater. Noch heute trägt Niklas Frank ein Bild des toten Vaters immer bei sich: um jeden Tag sicherzugehen, dass er wirklich tot ist. 2005 folgt mit „Meine deutsche Mutter“ das Buch über die Frau, die den kleinen Niklas mit ins Ghetto nahm, wenn sie von Jüdinnen und Juden die letzten Wertgegenstände erpresste. 2013 vollendet Niklas Frank die Trilogie über seine Familie mit Bruder Norman. Niklas Frank sagt im Interview mit der taz: „Ich habe unsere Familie vor der Öffentlichkeit nackt ausgezogen. Das war absolut nötig, denn wir haben Millionen andere Familien sich ausziehen lassen, bevor wir sie vergast haben.

Niklas Frank liest an diesem Abend aus allen drei Büchern. Wir sprechen mit ihm über die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte, die vermeintliche Vergangenheitsbewältigung der deutschen Nachkriegsgesellschaft und die Verantwortung der Kinder- und Enkelgeneration.

Veranstaltet von der OLAfA (Offene Linke — Alles für Alle) in Zusammenarbeit mit dem Theaterkeller Göttingen im Rahmen des
Göttinger „Bündnis‘ zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“.

Ausstellungseröffnung „The Holocaust — Keeping The Memory Alive“

Ausstellungseröffnung „The Holocaust — Keeping The Memory Alive“
Freitag, 14. November, 19 Uhr
Café Kabale, Geismar Landstr. 19, Göttingen

Die Ausstellung „Keeping the Memory Alive“ versucht auf 16 Postern dem Leid der Überlebenden und der Komplexität und Vielschichtigkeit der Shoah auf eine bildliche und symbolische Art Ausdruck zu verleihen. Poster, die sonst als Reklame und Ankündigung Teil der Alltagskultur sind, werden in dieser Ausstellung zum Medium der Erinnerung an und Reflexion über die Shoah. In diesem Sinne wollen wir die Ausstellung bewusst in einem alltäglichen Rahmen zeigen, an einem Ort, an dem eine Abendverabredung und die Erinnerung an die Shoah kein Widerspruch bedeuten muss.

Die Ausstellung wurde von französischen, israelischen und tschechischen Designstudierenden unter Federführung der Gedenkstätte Yad Vashem gestaltet und 2012 im Rahmen des Holocaustgedenktages am 27. Januar international ausgestellt. Sie kann nun mit freundlicher Genehmigung der International School for Holocaust Studies, Yad Vashem erstmals in Göttingen gezeigt werden.

Die Ausstellung kann bis zum 30. Januar 2015 während der Öffnungszeiten des Café Kabale besichtigt werden.

Eine Veranstaltung Rahmen des Göttinger „Bündnis‘ zum Gedenken Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – 27. Januar