Archiv für Januar 2013

„Wir müssen das erzählen!“ – Dokumentarfilm und Zeitzeugengespräch mit dem Shoah-Überlebenden Maurice Cling

„Wir müssen das erzählen!“ – Dokumentarfilm und Zeitzeugengespräch mit dem Shoah-Überlebenden Maurice Cling (Paris)

Mittwoch, 30. Januar 2013, 19 Uhr
Kino Lumière, Geismarlandstraße 19, Göttingen

Maurice Cling wurde im Sommer 1944 im Alter von 15 Jahren aus dem französischen Lager Drancy nach Auschwitz deportiert. Seine Eltern und sein älterer Bruder wurden in dem nationalsozialistischen Vernichtungs­lager ermordet. Heute versucht der pen­sionierte Universitätsprofessor, die Erinner­ung an die Verbrechen durch Besuche in Schul­klassen oder die Begleitung von Schulfahrten nach Auschwitz wachzuhalten – auch wenn er dabei immer wieder betont, dass er als Überlebender nicht für die überwältigende Mehrheit der Ermordeten sprechen kann.
Seine Söhne, die Filmemacher Daniel und Pascal Cling, haben ihn und andere Auschwitz-Überlebende zu ihren Treffen und Vorträgen begleitet. „Wir müssen das erzählen!“ ist ein Film über das Erinnern – und über die Weitergabe der Erinnerung.

Pascal Cling wird bei der Veranstaltung ebenfalls anwesend sein.

Eine Veranstaltung der OLAfA (Offene Linke – Alles für Alle) im Rahmen des „Bündnis zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – 27. Januar“

Die Traumatisierung der Nachkommen: Psychosoziale Spätfolgen der Shoah

Die Traumatisierung der Nachkommen: Psychosoziale Spätfolgen der Shoah – Vortrag und Diskussion mit dem Psychoanalytiker Kurt Grünberg (Frankfurt)

Freitag, 18. Januar 2013, 20 Uhr
Holbornsches Haus, Rote Straße 34, Göttingen

Fast 70 Jahre nach der Befreiung Europas von der nationalsozialistischen Terror­herrschaft wollen viele Deutsche den National­sozialismus zu den Akten legen. Durch das Sterben der letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen fühlen sie sich darin bestärkt, die Shoah zur fernen Ver­gangen­heit zu erklären. Doch für die Nachkommen der Menschen, die von den Nazis entrechtet, verfolgt und ermordet wurden, ist sie das nicht. Der Vortrag zeigt, wie in Familien von Shoah-Überlebenden in Deutschland das extreme Trauma der Opfer an die nach­folgen­den Generationen weitergegeben wird. Mit dem Konzept des szenischen Erinnerns wird Kurt Grünberg vom Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt die Auswirkungen der Shoah auf Überlebende und deren Nachkommen anhand einer Fallvorstellung deutlich machen.

Eine Veranstaltung der OLAfA (Offene Linke – Alles für Alle) im Rahmen des „Bündnis zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – 27. Januar“